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Top of Germany – Teil 1

Urlaub in den Bergen mag beim ersten Hören für viele nicht so wirklich mitreißend klingen, wer aber ein Stück Abenteuer sucht, die Schönheit der Natur schätzt und das, in einer der unberührtesten Landschaften Deutschlands, sollte hier jetzt unbedingt aufmerksam weiter lesen..

Einige von euch haben sicher schon ein paar Aufnahmen aus den Alpen auf meiner Facebook-Seite oder Instagram gesehen, die dort seit Ende August immer wieder auftauchen. Jetzt folgt auch endlich der passende Blog-Eintrag zu diesen Bildern.

Im Titel und den ersten Bildern versteckt sich ja schon das Ziel unserer Reise, um die es in den folgenden Zeilen gehen wird..

„Top of Germany“

..was bedeutet, der Trip führte uns auf den Gipfel, und zwar den höchsten, den dieses Land zu bieten hat, den der Zugspitze auf 2962m Höhe. Selbstverständlich nicht wie es jeder kann, mit der Gondel oder der Zugspitzbahn, sondern aus eigener Kraft.

Die Idee zur Reise kam von zwei meiner besten Kumpels, die diesen Trip bereits vor einem Jahr gemacht hatten. Dieses mal waren wir zu fünft.

Für mich persönlich war es ein Muss dabei zu sein. Direkt nach der Klausurphase in der Uni, einem neuen Job und weiteren Seminaren in den Semesterferien einfach mal mit der Kamera raus in diese unberührte Natur, in eine beeindruckende Landschaft und das noch zusammen mit meinen besten Kumpels, war für mich einfach Entspannung pur..  😉 Auch die Erfahrung gemeinsam dieses Ziel zu erreichen, war eine ganz besondere.

Weil wir zum größten Teil Anfänger waren,  entschieden wir uns erstmal für die einfachste, aber auch längste Route auf den Gipfel. Diese führt durchs Reintal, mit einem Stopp + Übernachtung in der Knorrhütte. „Einfachste“ bedeutet in diesem Fall, dass keine besondere Klettererfahrung und Ausrüstung benötigt wird, es aber auch nicht nur ein leichter Spaziergang werden würde. Denn auf dieser längsten Route legt man knapp 21 Km zum Gipfel zurück. Die lange Strecke hat den Vorteil, dass man die meiste Zeit vollkommen alleine durch fast unberührte Landschaft wandert. Lediglich an den beiden Hütten, die man beim Aufstieg zur Knorrhütte passiert, trifft man auf mehr Gleichgesinnte.

..also, ja, ein bisschen verrückt muss man schon sein, um in 2 Tagen 42 Km und insgesamt 4800 Höhenmeter zu Fuß zurückzulegen, aber ich kann euch sagen, es lohnt sich.

So ein Trip will natürlich auch gut geplant werden.
Eigentlich kann einem dort oben so gut wie jedes Wetter begegnen. Wir hatten uns schon die beste Reisezeit ausgesucht, aber selbst zu dieser Zeit lag 2 Tage vor Startschuss noch Schnee auf dem Gipfel. Da wir mit zwei erfahrenen Gipfelstürmern unterwegs waren, gab es schon einiges an Erfahrungswerten in der Gruppe. Trotzdem haben auch wir uns im Vorhinein auf den Internetseiten des Alpenvereins (www.alpenverein.de) und anderen diversen Blogs und Foren informiert. Auf der Info-Seite zu den Zugspitztouren des DAV findest ihr auch unsere Route (A). Folgt einfach diesem ->Link<- 🙂

Um nun auch mal grob etwas zu meiner Bergausrüstung und zum Kameraequipment zu sagen.. Dabei hatte ich:

– Meinen Dakine Sequence Foto Rucksack (aus Platzgründen ohne den Kameraeinsatz)

– Zum Anziehen: ordentliches Schuhwerk (dazu später mehr 😉 ), Outdoor-/Kletterhose, Softshell-Jacke, Klamotten für 2 Tage, Regenjacke, Regenhose, Handschuhe (ohne Finger wegen Kamera und Klettern), einen leichten Schal oder Halstuch, Mütze

– Ausrüstung: Hüttenschlafsack, Feuer, Taschenlampe, Messer, Zurrgurte, Karabiner, Gaffa-Tape, Kabelbinder, Sonnenbrille, Esbit-Kocher, Edelstahltasse

– Natürlich auch ein bisschen was zur Körperpflege (aus Platz-/ und Gewichtsgründen nur kleine Reiseflächchen, Reise-Zahnbürste usw.)

– Verpflegung: 3l Wasser, Müsli-/Power-Riegel (ich kann Seitenbacher, trotz nerviger Radiowerbung nur empfehlen, weil energiereich, mit teilweise viel Magnesium) 2 Smoothies, Studentenfutter, Traubenzucker, 2 Belegte Brötchen (weniger ist mehr)

– und an Kameraausrüstung meine Olympus E-5, das Zuiko 12-60 SWD, das 35-100 Top Pro und mein Bilora Carbon Stativ, dabei waren auch diverse Pol-,Grau- und Grauverlaufsfilter

Um euch nicht allzusehr mit trockenen Infos zu beladen, will ich nun endlich mal starten und euch die ersten Bilder zeigen.

Los ging’s um viertel nach 9 am Olympiastadion in Garmisch-Partenkirchen. Hier hat man die Möglichkeit das Auto zu parken und kann sich sofort zu Fuß auf den Weg machen. Also Kamera raus, Rucksack auf und ab gings. Erst noch ein bisschen durch die Stadt, dann entlang an Weideflächen bis hin zum ersten Höhepunkt der Route, der Partnachklamm. Hier stürzt ein donnernder Fluss durch eine enge Schlucht, die man auf einem gut gesicherten Weg passiert.

 

– Partnachklamm –

Partnachklamm

 (1/30, f/3.3, ISO 1600, 12mm, freihand)

Partnachklamm

(1/50,  f/2.8, ISO 200, 12mm, freihand)

Die gezeigten Bilder sind alle mit meiner Olympus E-5 und dem Zuiko 12-60 entstanden. In der Klamm empfiehlt es sich übrigens, eine gedichtete Kamera zu haben, weil es teilweise doch recht nass zur Sache geht 😉

Verlässt man die Klamm, fühlt man sich schon wie mitten in den Bergen. Man begibt sich zuerst über einen gut ausgebauten Forstweg, dann über etwas holprigere Wanderwege, mit stetigem Anstieg, langsam in den Wald und in die beeindruckende Landschaft des Reintals hinein. Immerwieder ergibt sich der Ausblick auf Berglandschaften, Flüsse oder Wasserfälle.

– Reintal –

Reintal

  (1/800, f/4, ISO 200, 54mm, freihand)

Reintal

  (1/40, f/5.6, ISO 1600, 18mm, freihand)

Reintal

  (1/100, f/6.3, ISO 200, 45mm, freihand)

Reintal

  (1/100, f/8, ISO 200, 18mm, freihand)

Reintal

  (1/80, f/8, ISO 200, 12mm, freihand)

 

Bis hier hin ist man ca. 5-6 Stunden unterwegs. So gegen viertel vor 3 gings nach einer Pause los zum letzten Stück für den ersten Tag. Bis zur Knorrhütte wird das Gelände dann auch langsam etwas steiler und unwegsamer. Teilweise muss man Geröllfelder überqueren, die nochmal richtig Kraft kosten können. Man beginnt die Baumgrenze zu überqueren und bekommt so atemberaubende Ausblicke gewährt. Diese Bedingungen auf den Fotos festzuhalten war nicht immer einfach, dennoch hoffe ich, dass es gut zur Geltung kommt.

 – Aufstieg zur Knorrhütte –

Knorrhütte

  (1/200, f/8, ISO 200, 12mm, freihand)

Knorrhütte

  (1/80, f/8, ISO 250, 35mm, freihand)

Reintal

  (1/125, f/8, ISO 200, 12mm, freihand)

Reintal

  (1/250, f/8, ISO 200, 12mm, freihand)

Reintal

  (1/125, f/8, ISO 200, 12mm, freihand)

Reintal

  (1/200, f/8, ISO 200, 14mm, freihand)

Der letzte Teil besteht eigentlich nur noch aus Felsen, etwas grünem Steingewächs und Schafen 😉 Umso mehr freut man sich, wenn sich das Etappenziel Knorrhütte endlich aus dem Nebel erhebt. Das war bei uns so gegen halb 5 der Fall. Also etwa 7 Stunden, 15 Minuten seit dem Start am Olympiastadion. Die Bedingungen auf dieser abgelegenen Hütte sind schon besonders. Keine Straße führt hier hin, auf die 80 Betten kommt eine Dusche und sowas wie Steckdosen gibts nur im Restaurant. Aber das ist halb so wild, weil man sich in dieser Situation über nichts mehr freut als duschen, essen und schlafen …und dafür ist sie dort oben auf 2052m Höhe der beste Ort 😉

 

– Ankunft an der Knorrhütte –

Reintal

  (1/320, f/8, ISO 200, 12mm, freihand)

Knorrhütte

  (1/500, f/8, ISO 200, 12mm, freihand)

 

Hier oben ergibt sich auch ein wunderschöner Ausblick, den ich aber erst am nächsten Morgen festhalten wollte..

Nach dem Duschen und einem guten Essen ging’s nämlich für uns schon bald ins Bett 😉 ..soviel auch erstmal zum ersten Tag. Der Zweite, mit dem Aufstieg zum Gipfel, folgt in den nächsten Tagen im Teil 2.

 

Bis dann.. 🙂

5 comments

  • Robert Klotz

    Bergfreund sei gegrüsst…..

    Dank dir, wurde diese Tour zu einen unvergesslichen Ereignis…….
    Wir, deine Kammeraden, die mit Dir dieses Abenteuer erleben durften, möchten uns Bedanken
    das du dieses Erlebnis für uns so Professionell mit deiner Kamera (Olympus E-5) eingefangen hast.
    In diesem Sinne bis nächstes Jahr…

    Berg Heil

  • Manfred Bügner

    Hallo Jan !

    Wow, zur tollen Beschreibung der Zugspitztour durchs Reintal. Da ich selbst diese Route schon gelaufen bin, kann ich gut beurteilen, was es heißt zu laufen, dabei zu fotografieren und möglicherweise noch Notizen zu machen. Deine Bilder sind ebenso klasse! Jetzt empfehle ich Euch noch die Routen von Ehrwald über die Wiener-Neustädter Hütte zu gehen. Diese Route ist die schnellste und man kommt ohne Kletterausrüstung gut aus. Dann seid ihr für den Klassiker reif, der Aufstieg durchs Höllental. Diese Route ist absolut die schönste, aber auch die anspruchvollste. Hier sind Klettergurte und Steigeisen Pflicht! Aber dann kann man es gut und ohne Risiken schaffen.
    Freue mich auch auf ein Wiedersehen demnächst mal wieder.
    Liebe Grüße
    Pate Manfred

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